je voudrais que tu te rapelles notre amour est éternel

la vie en rose

Eiskalt

Die glühende Sommerhitze konnte dem Gefühl in seinem Herzen keinen Abbruch tun. Etwas war geschehen, unaufhaltsam war es fortgeschritten. Mit der Zeit und wie die Zeit. Die letzten Tropfen lauwarmen Blutes der breiten Gänge seines Herzens waren schon längst der Leere gewichen. Es blieb nur eines: große, finstere Leere, die in jedem seiner frostigen Blicke zu spüren war. Vielleicht  war es die Gleichgültigkeit, die er seiner Umwelt entgegenbrachte, wahrscheinlich war es die Ignoranz die seine Umwelt ihm entgegenbrachte, was ihn schließlich  zu dem Menschen gemacht hatte, der nun dort saß, scheinbar allein. Er war zufrieden mit diesem, seinem neuen Zustand. Schließlich war mit dem letzen zaghaften Lächeln auch die Unsicherheit verschwunden, die ihm immer so viel Angst bereitet hatte.
Teilnahmslos betrachtete er eine Fliege, die sich mit all ihrer winzigen Energie und einfältigen Dummheit gegen die glatte, kühle Oberfläche des Fensters drückte.
Für sie beide gab es keinen Ausweg.
Er hatte kein Mitleid. Er spürte keinen Hass. Der nervöse schwarze Fleck in seinem linken Augenwinkel vernichtete die Illusion von Frieden und das ständige Summen störte seine Ruhe. Mehr war es nicht. Grund genug, um mit einer schnellen Handbewegung ein Leben zu beenden. Fast wären seine  steif gewordenen Gelenke zu langsam gewesen, die Tat vereitelt, ein Leben gerettet. Nur ein kurzer letzter Augenblick.
Er vernahm  das Geräusch des  Aufschlags, es ließ ihn Genugtuung spüren. Ruhig rieb er die Finger aneinander und ein paar Fliegenkrümel segelten mit einer Anmut zu Boden, zu der es  die Fliege in ihrem Leben nie gebracht hätte.
Ein wenig Körpermasse haftete noch an seiner kühlen Handfläche. Ein kleiner, klebriger, schmutziger Fleck.
Es war gut. Alles war gut. Er setzte sich ein wenig auf, richtete seinen  Blick erneut gegen die weiße Wand und versank zurück in seine Gedankenwelt.

Eine Welt, in der seiner  Kälte nur das tatsächliche Nichts gegenüberstand. Er  war der Mittelpunkt der Welt- zumindest für eine gedachte Ewigkeit.




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Mia Helden